Karl Josef Graf Firmian

Karl Josef Graf Firmian ließ die Mozarts in Mailand nicht nur an vornehmen Empfängen teilhaben, sondern übernahm gleichsam ein Patronat für die ganze erste Italienreise.

Bei der ersten Begegnung zwischen den Mozarts und Karl Josef Graf Firmian in Mailand am 7. Februar 1770 präsentierte sich Wolfgang Amadé musikalisch grandios. Anwesend war auch der Mailänder Komponist Giovanni Battista Sammartini (1698-1775), der u.a. der Privatkapelle des Grafen Firmian vorstand.

Karl Josef Graf Firmian machte an diesem Tag Wolfgang Amadé zudem ein denkwürdiges Geschenk: die Ausgabe der Werke Pietro Metastasios in neun Bänden (Turin 1757). Dies tat er wohl in der Intention, dem jungen Komponisten zur Vertonung geeignete Texte präsent zu halten.

Bereits am 12. März 1770 fand bei einer dritten Soirée im Palazzo Firmian die Uraufführung von Szenen und Arien für Sopran und Orchester nach Texten Metastasios statt, darunter Misero me Misero pargoletto KV 77 sowie Fra cento affanni KV 88.

Unmittelbar nach dem Konzert erhielt Wolfgang Amadé den ersehnten Auftrag für eine scrittura: Karl Josef Graf Firmian hatte das Seine beigetragen, dass wohl schon am nächsten Tag der Vertrag Mozarts mit dem Regio Ducal Teatro in Mailand für die Komposition des Mitridate, Rè di Ponto unterzeichnet wurde.

Zur Uraufführung des Stücks kam es am 26. Dezember 1770. Am 14. März 1770 nahmen die Mozarts bei Karl Josef Graf Firmian Abschied von ihm und vorerst auch von Mailand. Der Mäzen stiftete Schmuck und Geld, vor allem gab er aber auf die Weiterreise unersetzliche Empfehlungsbriefe mit, für Bologna, Parma, Florenz, Rom und Neapel.