Bologna
Für Bologna, das die Mozarts am 24. März 1770 erreichten und am 29. März wieder verließen, sah Karl Josef Graf Firmian eine erste Empfehlung vor.
Sie richtete sich an den Feldmarschall und Kunstgönner Giovanni Luca Markgraf Pallavicini-Centurioni. Mozart konnte am 26. März 1770 im Haus des Feldmarschalls zu Bologna einen triumphalen Auftritt absolvieren und folgenreiche Bekanntschaften schließen, so mit dem Musiktheoretiker und Komponisten Padre Giovanni Battista Martini oder dem Kastraten Carlo Broschi Farinelli.
Karl Josef Graf Firmian hatte am 14. März 1770 geschrieben:
Eccellenza,
Portandosi in codesta Citta il Sig.e Leopoldo Mozart Maestro di Cappella al Servizio del Sig.e Principe Arcivescovo di Salisburgo, col di lui Figlio, mi prendo la libertà di raccomandarli caldamente a V.re Ecc.za, mosso dalla fiducia, che he nella sperimentata di Lei bontà, ed gentilezza, e dal riflesso, che forse non Le dispiacerà di conoscere nel giovane Mozart uno di que" talenti nella Musica, che la natura non produce che di raro, giacchè eguagliando non solo nella tenera sua età i Maestri dell"arte, li supera anzi a mio credere nella prontezza della invenzione. Spero dunque che V. E. compiacersi di onorarli della di Lei Protezione nel di loro soggiorno cost , e procurare a" medesimi i mezzi di prodursi, come vivamente La prego anche in vista di loro savia, ed ottima condotta. Ella mi comandi in contraccambio ovunque posso io servirla, pieno di un costante desoderio di corrispondere alle mie obbligazioni, e di sempreppi convincerla del distinto rispetto, col quale passo a confermarmi
Di V.ra Ecc:za
Dev.mo Obblig.mo Sve v.o
Carl c[onte] di Firmian
In: Deutsch 1961, S. 100f. MIT 1991: Nr. 32
Exzellenz,
da sich Herr Leopold Mozart, Kapellmeister im Dienste des Fürsterzbischofes von Salzburg, mit seinem Sohn in die oben [in der Briefanrede] erwähnte Stadt begeben wird, nehme ich mir die Freiheit, sie Ihrer Exzellenz wärmstens zu empfehlen. Ich tue dies im Vertrauen in die von Ihnen erfahrene Güte und Liebenswürdigkeit und aus der Überlegung heraus, dass Sie es sicher nicht bedauern werden, im jungen Mozart eines jener Musiktalente kennen zu lernen, die die Natur nur selten hervorbringt. In seinem zarten Alter kommt er nicht nur den großen Meistern der Kunst gleich, sondern übertrifft sie vielmehr nach meinem Dafürhalten in der Erfindergabe. Ich hoffe also, dass Ihre Exzellenz sich ihnen gefällig erweise und sie bei ihrem dortigen Aufenthalt mit ihrem Schutz beehre und ihnen auch die Mittel verschaffe, um auftreten zu können. Ich bitte Sie inständig darum, auch wegen ihres guten und bescheidenen Wesens. Als Gegenleistung teilen Sie mir bitte mit, wo immer ich Ihnen dienen kann. In beständigem Verlangen, meiner Schuldigkeit nachzukommen und Sie immer meiner vorzüglichen Hochachtung zu überzeugen, verbleibe ich
Ihr ergebener
Karl [Josef] Graf Firmian