Januar 1748

Stefan Palusellis Geburtshaus in Kurtatsch, Zustand Ende 20. Jh.; Alter Widum, heute Botengasse 4; Foto: Kurtatsch, Gemeindearchiv

GEBURTSTAG EINES GENIES?

Am 9. 1. 1748 wurde Stefan Paluselli in Kurtatsch in diesem Haus geboren und in der Pfarrkirche St. Vigilius auf die Vornamen Johann Anton getauft. Wie damals beherrscht noch heute die Pfarrkirche inmitten von Weinbergen das malerische Ortsbild.

Kurtatsch; Foto: Franz Hauser, in: Kurtatsch und sein Gebiet [...], 1995, S. 294

Im Lauf des 19. Jahrhunderts hat sich die Anordnung der Gebäude in Kurtatsch kaum verändert, so dass das nachfolgende Bild des Ortes noch einen annähernden Eindruck von Palusellis Heimatgemeinde zur Zeit seines Ablebens (1805) vermitteln mag.

Kurtatsch, um 1880, Fotografie; Foto: Kurtatsch, Gemeindearchiv

Gnadenbild in der Pfarrkirche Kurtatsch
seit 1738
Fotos: Franz Hauser, in: Kurtatsch
und sein Gebiet [...], 1995, S. 294, 290

Palusellis Eltern waren Johann Paluselli sen. (†1768) aus dem Fleimstal (Pfarrei Tesero?) und dessen Gattin Maria Anna geb. Schweiggl (†1782) aus Kurtatsch.

Johann Paluselli sen. dürfte Pächter, Knecht oder Tagelöhner der Adelsfamilie Fenner in Kurtatsch gewesen sein, denn Philipp Jakob Fenner und seine Gattin waren bei allen sechs Paluselli-Kindern (geboren zwischen 1739 und 1761) Taufpaten, ließen sich jedoch bei jedem Tauffest vertreten, 1748 durch die Kurtatscher Hebamme Helena Gogl.

Wie auf Dörfern in Tirol üblich, dürfte Stefan Paluselli als begabter Bub beim damaligen Kurtatscher Schullehrer, Organisten und Musikus Johann Hanny ersten Sing- und Musikunterricht bekommen haben, um bald auf dem rührigen Kurtatscher Pfarrchor als Sopranist oder Altist mitwirken zu können. Vielleicht nahm auch einer der musikalischen Augustinerchorherren des nahen Stifts St. Michael an der Etsch auf den Knaben Einfluss.

Augustinerchorherrenstift St. Michael an der Etsch, Mitte 18. Jh.; Foto in: Kurtatsch und sein Gebiet [...], 1995, S. 141

Palusellis Begabung wurde in seiner Heimatgemeinde rechtzeitig erkannt, und so kam er um 1760, als etwa Zwölfjähriger nach Innsbruck, um hier als Stipendiat im Nikolaihaus das Gymnasium zu besuchen und inkludiert eine fundierte musikalische Ausbildung zu erhalten.