Abt Sebastian Stöckl

Abt Sebastian Stöckl, Ende 18. Jh.; Abb. in: J. Gelmi, 200. Wiederkehr des Tiroler Herz-Jesu-Gelöbnisses, in: Tirol ... immer einen Urlaub wert, Nr. 48 (1996), S. 82

Wie Stefan Paluselli wurde Sebastian Stöckl (1752 Pettneu am Arlberg - Stams 1819) am 22. September 1770 in Stams eingekleidet. Paluselli und Stöckl legten auch zusammen am 22. September 1771 ihre Profess ab.

Stöckl verwaltete äußerst umsichtig das Stift nach dem Tod des Abtes Vigilius Kranicher von Kranichsfeld von 1786 bis 1790, als die Politik Kaiser Josephs II. den kirchlichen Institutionen schwer zusetzte und die Inthronisation eines neuen Abtes nicht zuließ.

Erst am 20. September 1790 konnte Stöckl, der auch Professor der Theologie war, zum (35.) Abt gewählt und am 29. September 1790 geweiht werden.

Als der engere Ausschuss der Tiroler Landstände am 30. Mai 1796 in Bozen über die aussichtslose Position Tirols in den Napoleonischen Kriegen beriet, initiierte Abt Stöckl das Herz-Jesu-Gelübde als Ausdruck des Rettung schenkenden Gottvertrauens: Am 3. Juni 1796 wurde in der Pfarrkirche Bozen in Erfüllung dieses Gelöbnisses der erste feierliche Gottesdienst zum Herz-Jesu-Fest abgehalten. Noch heute wird in Tirol am zweiten Sonntag nach Fronleichnam das Herz-Jesu-Fest von Politikern und Gläubigen Tirols mit einem Hochamt und der Gelübdeerneuerung begangen.