Johann Stadlmayr
"Es war mir dabei ein Anliegen, dass die Musik gut und gleichzeitig nicht zu kompliziert ist. Die Musik soll zur Entspannung des Geistes dienen. Sie soll den Menschen zur Liebe zu Gott anspornen und die Verehrung Gottes fördern." |
Johann Stadlmayr war einer der führenden Repräsentanten katholischer Kirchenmusik und ein zu Lebzeiten hoch angesehener Komponist von überregionaler Bedeutung. Er stammte aus Bayern und wurde 1607 von Salzburg nach Innsbruck berufen. Der aus Italien übernommene 'stile nuovo' wurde auch hier tonangebend und selbst der konservative Stadlmayr konnte sich der konzertanten Kirchenmusik nicht verschließen. Die Leistungen der Kapelle müssen nach seinem Ansehen in der Musikwelt bedeutend gewesen sein. Michael Praetorius bezeichnete ihn als "trefflichen Contrapunctisten und Musicus". Von 21 gedruckten Werken sind 14 in Innsbruck erschienen. Die Krönung seines Schaffens ist der 1645 erschienene Apparatus musicus (Hörbeispiel), der in seiner inhaltlichen und besetzungstechnischen Vielschichtigkeit ein beeindruckendes Abbild sowohl des umfassenden Repertoires als auch des überragenden musikalischen Vermögens der damaligen Hofkapelle spiegelt. Die Sammlung enthält 50 Nummern, überwiegend groß besetzte Motetten und Instrumentalwerke. Stadlmayr starb 1648, im gleichen Jahr wie seine große Gönnerin Erzherzogin Claudia.
Das Tiroler Landesmuseum verwahrt Stimmbücher zu den Odae Sacrae (1638), die den vier Kindern von Erzherzogin Claudia gewidmet sind (siehe Bild), weiters zu den Salmi (1640) und Psalmi Vespertini (1640), den Missae Breves (1641) und den Hymni (1655).
"Exsultate Deo adiutori nostro", Nr. 40 aus Apparatus musicus (Time 2:22)
Motette für 2 vierstimmige Chöre, 2 Violinen, 2 Zinken, Fagott, 4 Posaunen und Basso continuo
Neue Innsbrucker Hofkapelle, Dir.: Detlef Bratschke
CD Innsbrucker Hofmusik im Stift Stams, Johann Stadlmayr: Missa super Bone Jesu, Motetten
Institut für Tiroler Musikforschung, 2002