Elisabeth Knitel

Holzgau

Welche sind Ihre 3 liebsten Volkslieder?
Patriotisch:
1- Dem Land Tirol die Treue!
2- Wohl ist die Welt so groß und weit
3- Riesige Berge, steile Felsenwand

Weihnachtlich:
1- Es wird scho glei dumpa
2- Gott griaß enk, Leitl!
3- Wer klopfet an?

Jahrezeitlich:
1- Der Winter, der is mir net zwider
2- Ist wohl ein schöne Zeit
3- Im Fruahjahr, wann"s grean weard

Weitere:
Wo die Alpenrosen blühn, In die Berg bin i gern, Wo der Wildbach rauscht, I schwing hin, O du scheane siaße Nachtigall, I fahr mit der Zill übern See, Drobn auf"m Berg rinnt a Wasserle triab, Und a Waldbua bin i, Ich stehe im Waldesschatten, A zirbanes Bettal, Mit dem Rucksack auf dem Buckel, Das schönste Bliamal auf der Welt

Was ist für Sie ein Volkslied?
Ein Volkslied trifft in den innersten Kern, es ist die in Noten ausgedrückte Tiroler Landschaft mit Felsen, Seen, Matten, Blumen..., eine melodienhafte Beschreibung des Tiroler Gemüts, die stärkste Aussage über den Herzenszustand der Gebirgsleute bzw. eine jahreszeitliche "Malerei" des Gebietes.

Volkslieder gehören zwingend zur Heimat, sie beseelen und verinnerlichen die Liebe zum Land, sie machen das Herz weich, geben Kraft und Frohsinn, gehören zur Landschaft, zur Tracht, sind wie Alpenblumen, einmalig, unverwechselbar, ein Schatz!

Die alpenländische Melodik ist etwas Besonderes, Rührendes, geht ins Gemüt, wehmutsvoll die Septakkorde, Modulationen, Jodler!

Können Sie uns von einem besonderen Erlebnis im Zusammenhang mit Volksliedern berichten?
Meine Tochter war als Kind bei Tante Cilli in Stuttgart und durfte dort das Waldheim besuchen, wo lauter schwäbische Ferienkinder untergebracht waren. Sie nannten sie dort "Heidi" und als solche hatte sie ein entsprechendes Lied vorzutragen. Miriam sang: Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh. Sie verkaufen ihre Betten und liegen auf Stroh. Die Schwaben staunten und räsonierten, dass sie wegen des beißenden, juckenden Strohs nach Stuttgart ausgewandert sei.